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Das Blankenburger Geschirr aus dem 18. und 19. Jh.
Im ehemaligen Bernbiet ist die Bauernkeramik zur Hauptsache in fünf bedeutenden Töpferbezirken hergestellt worden. Der Jura war vertreten mit der um 1850 eingegangenen Pruntruter Keramik.
Aus dem alten Kantonsteil sind weit über die Landesgrenzen bekannt geworden die Geschirre von Langnau, Blankenburg, Heimberg und Bäriswil. Ihre besten Stücke stammen aus dem 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie sind in der Bekleidung der Scherben völlig verschieden gehalten.
Blankenburger Geschirr aus Tonscherben und Zinnglasur
Beim Blankenburger und Bäriswiler Geschirr tragen die roten Tonscherben eine deckende weissliche Zinnglasur. An diesen beiden Orten wurde also echte Fayence hergestellt.
Langnau verwendete Pfeifen- oder Huppererde und erhielt dadurch einen gelblich weissen Grund, welcher mit einem bunten Dekor versehen und einer durchsichtigen Bleiglasur eingedeckt wurde.
In Heimberg kam man durch Verwendung von Braunstein zu einem schwarzbraunem Grund. Auf ihn kamen dann – gleich wie in Langnau – die farbensatten Verzierungen und die durchsichtige Glasur. An beiden Orten umritzte man das Dekor vor dem Brennen mit der Nadel.
Das Blankenburger Geschirr kennt man seit der zweiten Hälfte der 17. Jahrhunderts. Auf dem bläulich-weissen Grund kam neben Gelb hauptsächlich ein blaues Dekor zur Anwendung.
Sammlungen von Blankenburger Geschirr
Schöne Sammlungen an Blankenburger Geschirr besitzen die Museen von Bern, Neuenburg, Genf, Zürich und Basel.
Im Museum vom Hüsy Blankenburg kann man ebenfalls eine schöne Sammlung besichtigen.
Irrtümlicherweise segelt gelegentlich die in der Farbe ähnliche Winterthurer Keramik unter dem Namen Blankenburg. Heute werden einige Simmentaler Platten in verschiedenen Häusern sorgsam aufbewahrt. Man scheint damals am häufigsten Platten hergestellt zu haben. Als Verzierungen wurden verwendet stolze Reiter, Burgen und Ruinen, Hirsche, Frauen und Männer.
Spruchbänder und pflanzliche Motive an den Rändern
Auf den Rändern prangten dagegen meistens pflanzliche Motive oder Spruchbänder, welche mit scheinbar ungelenker Hand, jedoch mit sehr viel dekorativem Empfinden gestaltet sind. Ihr Inhalt zeugt für eine gesunde Lebenseinstellung mit echtem Humor der Auftraggeber und Hersteller.
(Text: Christian Rubi)
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Beispiele von Spruchbänder am Blankenburger Geschirr
Ein gesunder Lib, vill aldes Gält,
ein schönes Wib, auch Gottes Huld
und Glück darbei,
was meinst du woll, was besser sei. (1768)
Ein Wib, die nicht schilt,
ein Hund, der nicht bilt,
ein Katz, die nichts must
sind nichts nutz im Hus.
(1763)
Lieber will ich ledig leben
Als der Frau die Hosen geben.
Wer liebt weisser Wein und Weiberbein,
spürt im Alter jeden Bsetzistein.
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